Reise zu einem Event zur Persönlichkeitsentwicklung

Mut zur Veränderung – Lust statt Frust

Heute ist Sonntag. Sogar ein Sonntag mit schönem Wetter. Und trotzdem habe ich heute gearbeitet. Nicht, weil ich unbedingt hätte arbeiten müssen, sondern weil ich mir Zeit nehmen wollte. Zeit, in der ich von niemandem gestört werde und ich nicht meine Arbeit unterbrechen muss, weil am Set ein paar Semmeln fehlen oder ganz dringend noch Chips fürs nächste Bild besorgt werden müssen.

Zeit, in der ich einfach nur mein Ding durchziehen, gemütlich Hörbuch hören und mich einfach mal ein bisschen verkünsteln kann.

Ganz ist dieser Plan dann aber doch nicht aufgegangen. Ich war dann doch nicht allein. Seit Donnerstag bewachen Securities das Grundstück, auf dem wir gerade drehen, weil eine Journalistin der lokalen Presse die komplette Adresse unseres Drehortes in ihrem Zeitungsartikel erwähnt hat – manchmal fragt man sich wirklich, ob Menschen überhaupt nachdenken. Aber das ist wieder etwas anderes.

Ich war also zusammen mit dem Security an der Villa und weil ihm langweilig war, nachdem dann doch keine Heerscharen an Menschen versuchen, in die Villa einzudringen, hat er mir bei meiner Arbeit über die Schulter geschaut.

Ist Arbeit gleich Arbeit?

Eine unserer Hauptdarstellerinnen hatte sich gewünscht, dass wir ihren Bus umdressen. Er war ihr zu Hippiemäßig gestaltet. Deswegen war ich gestern in der Stadt und hab noch einige Sachen gekauft, um ihn eher im andalusischen Stil zu dekorieren. Von bunt sollte alles eher Richtung blau-weiß gehen mit einigen arabischen Elementen und viel Spitze.

Und heute habe ich mich dann eben an die Arbeit gemacht. Ich habe keine Ahnung, was die Szenenbildnerin dazu sagen wird. Auf ihrem Mist war nämlich die ganze Hippieeinrichtung gewachsen, aber im schlimmsten Fall werd ich es halt zurückdressen auf Anfang. Manchmal braucht man einfach Mut zur Veränderung. Und morgen werd ich den Bus auf jeden Fall mal der Schauspielerin zeigen, mal schauen, was sie davon hält.

Ich habe also meinen Arbeitsplatz eingerichtet und mich mit meinem ganzen Dekomaterial in dem Bus verteilt als sich der Securitymann zu mir gesellte.

Wir haben uns gleich sehr nett unterhalten, aber er fragte mich dann auch, warum ich denn am Sonntag in die Arbeit käme, um an dem Bus rumzubasteln und warum ich es denn nicht einfach unter der Woche machen würde.

Ich gab ihm die gleiche Antwort wie euch – weil ich eben wollte, dass mir dabei keiner auf den Sack geht und einfach mal nichts dazwischen kommt, während man sich künstlerisch austobt. Außerdem meinte ich, dass das ja eigentlich gar nicht wirklich Arbeit ist. Das ist ja etwas, was wirklich Spaß macht und wo man direkt danach das Ergebnis sieht; ob es so geworden ist, wie man es sich vorgestellt hat oder ob man noch etwas machen muss.

Beruf oder Berufung?

Eine Arbeit, in die man sich so vertiefen kann, dass man dabei komplett die Zeit vergisst und bei der es einen auch nicht interessiert, ob jetzt schon der halbe Tag damit „verplempert“ wurde, weil man einfach Freude daran hat, ist für mich keine Arbeit.

Ich würde nicht am Wochenende in die Arbeit fahren, um Flaschen umzuetikettieren oder Ordner mit neuen Ordnerrücken zu bekleben. Ich würde auch am Wochenende keine Workpaper fürs Bild machen – außer es muss am Montag fertig sein und ich bin unter der Woche noch nicht dazu gekommen. Aber freiwillig würde ich deswegen nicht ins Büro fahren; einfach weil das etwas ist, was zwar durchaus auch manchmal ganz entspannend sein kann, weil man nicht allzu viel nachdenken muss, was man da gerade so fabriziert; aber weil es einfach etwas ist, bei dem der Spaßfaktor nicht so hoch ist, außer man macht es zu zweit.

Und aus meiner Antwort heraus, dass ich das jetzt gar nicht wirklich als Arbeit sehe, entspann sich dann ein Gespräch darüber, dass man für seine Arbeit einfach gemacht sein muss. Ich meinte, ich könnte mir auch nicht vorstellen als Security irgendwo zu arbeiten und dann den ganzen Tag oder die ganze Nacht irgendwo rumstehen zu müssen, ohne etwas zu tun zu haben. So läuft es ja bei uns eben ab: Trotz der Adresse in der städtischen Zeitung kommen keine Neugierigen, die ständig die Villa belagern und wissen wollen, was bei unseren Dreharbeiten so abgeht. Nicht einmal die Nachbarn lassen sich normalerweise blicken. Also ist für den Security eigentlich nichts zu tun, nur aus Versicherungsgründen muss er eben vor Ort sein und darauf aufpassen, dass es auch weiterhin so schön unspektakulär ist und keiner versucht, die Requisiten aus dem Garten zu klauen oder durch irgendein Fenster in die Villa einzusteigen.

Für jeden gibt es einen Traumjob

Für den Security-Mann wiederum ist aber sein Job für ihn eine Erfüllung. Er hat mir erzählt, dass er in seinem Leben schon so einige Jobs ausprobiert hat. Diverse Handwerke hat er erlernt und in diesen auch gearbeitet, aber im Endeffekt ist er immer wieder zur Security zurückgekehrt, weil ihm die Arbeit Spaß macht. Auch er hat immer wieder Mut zu Veränderung bewiesen. Trotzdem ist er immer wieder zurück zum „Security-Handwerk“ gekehrt, weil ihm gefällt, dass er immer wieder mit neuen Leuten zu tun hat und immer wieder neue Arbeitsbedingungen herrschen– ein bisschen so wie beim Film eben.

Wir waren uns also einig, dass wir beide einen Job haben, der uns wirklich Spaß macht. Und dass das fürs Seelenleben auch wahnsinnig wichtig ist.

Viel zu viel Zeit verbringen wir Tag für Tag in unserem Job mit unseren Kollegen. Wenn etwas nicht passt, sollte man es verändern. Beim Film ist das ganze ein bisschen anders gelagert, da verändert sich sowieso ständig etwas. Die Projekte dauern meistens nicht viel länger als drei Monate und da kann man sich schon durchbeißen, auch wenn man mit den Kollegen nicht so zurecht kommt. Und im Nachhinein kann man dann bei zukünftigen Projekten auch absagen, wenn man weiß, dass der Kollege wieder dabei ist, mit dem man überhaupt nicht zurecht kommt. Man kann also zumindest versuchen, sich Abteilungsintern ein Team zu basteln, mit dem man Spaß hat und mit dem man sich versteht.

Trau dich, etwas zu verändern

Bei Jobs allerdings, bei denen man dauerhaft arbeitet, ist es eine Grundvoraussetzung, dass das Arbeitsklima passt. Zumindest könnte ich mir nicht vorstellen, in einem Büro zu arbeiten, in dem ich von meinem Arbeitskollegen vielleicht gemobbt werde und der Chef ein arrogantes Arschloch ist, der sämtliche Lorbeeren erntet.

Wenn das so ist, dann muss man entweder versuchen, mit den betreffenden Personen darüber zu reden und irgendwie eine Lösung zu finden wie man das Problem aus dem Weg räumen kann oder man muss sich nach einem neuen Job umschauen. Es bringt nichts, sich weiterhin jeden Tag ins Büro zu quälen, man muss Mut zur Veränderung aufbringen.

Es kann doch nicht sein, dass man jeden Tag nach mindestens acht Stunden Arbeit total frustriert nach Hause kommt und keine Lust darauf hat, am nächsten Tag wieder in die Arbeit gehen zu müssen.

Ich habe auch manchmal keine Lust, in die Arbeit zu gehen. Aber nicht weil ich keine Lust auf die Arbeit an sich habe; eher weil mich manchmal so eine Panik vor einem bestimmten Drehtag überkommt, wenn ich das Gefühl habe, nichts wäre dafür vorbereitet.

Ich kann es nicht verstehen, wie sich Leute jedes Wochenende wieder darüber beklagen, am Montag schon wieder in die Arbeit gehen zu müssen. Natürlich ist prinzipiell jedes Wochenende zu kurz, weil es gerade erst angefangen hat und dann auch schon wieder vorbei ist. Aber ich habe trotzdem eigentlich nie das Gefühl, nicht in die Arbeit gehen zu wollen, weil mich die Arbeit selbst oder die Kollegen ankotzen. Aber wie schon gesagt, in meinem Beruf braucht man sehr viel Mut zur Veränderung, weil sich eben ständig etwas ändert und damit ändern sich auch regelmäßig die Umstände, unter denen wir arbeiten.

Mut zum Neuanfang

Mittlerweile leben wir doch in einer Gesellschaft, in der sich keiner mehr wundert, warum jemand oft den Job gewechselt hat. Fast kein Mensch bleibt mehr vom Beginn bis zum Ende seiner Karriere im gleichen Unternehmen. Man sammelt Erfahrungen in einem Unternehmen und zieht dann weiter zum nächsten, um dort seinen Erfahrungsschatz zu erweitern. Unternehmenswechsel bedeuten auch, dass man flexibel ist und versteht, sich unter neuen Bedingungen und Umständen zurecht zu finden.

Wechsel sind durchaus etwas positives und wenn man eben wechselt, weil man mit den vorherigen Umständen nicht zufrieden ist, dann ist das für die betreffende Person auch etwas Positives. Veränderungen im Job und im Leben sind nicht mehr verpönt, man muss nur den Mut zur Veränderung aufbringen.

Work-Life-Balance ist der Begriff, der die Jobsuche heutzutage prägt, wie sonst kaum etwas anderes. Man versucht, sein Leben und seinen Job in Einklang zu bringen und im Idealfall auch noch einen Job auszuüben, der einem selbst Freude bereitet, sodass sich die Arbeit gleich weniger wie Arbeit anfühlt.

Weiterbildungsangebote nutzen

Und wenn man keinen solchen Job hat, dann muss man sich einen solchen Job eben suchen. Man kann auch langsam sein Leben umgestalten – das ist für manche vielleicht einfacher und kostet nicht ganz so viel Mut zur Veränderung. Mittlerweile gibt es so viele Weiterbildungsangebote. Die Agentur für Arbeit gibt Bildungsgutscheine für Umschulungen und Weiterbildungen aus. Man muss nur danach fragen, dann wird einem auch weitergeholfen.

Zudem gibt es online günstige Kurse, mit denen man seine eigenen Fähigkeiten weiter ausbauen kann. Sogar Umschulungen oder Studiengänge kann man mittlerweile komplett online durchführen, ob nebenberuflich oder in Vollzeit. Man muss nicht sein komplettes Leben auf den Kopf stellen und auf sein Einkommen verzichten, nur weil man sich weiterentwickeln möchte. Aber wer sich mit den Angeboten online beschäftigt und wirklich den Willen dazu hat, an seiner Situation etwas zu ändern und sie nicht einfach so hinzunehmen und den Rest seines Berufslebens unglücklich zu sein, der wird definitiv fündig werden.

Ob man nur mal in eine andere Richtung hineinschnuppern will oder schon weiß, welche Kurse einen voranbringen; meistens gibt es bei den Online-Kursen eine Geld-zurück-Garantie. Man kann also quasi gar nichts falsch machen.

Und schließlich, nachdem man den Mut zur Veränderung aufgebracht hat, warten am Ende das Leben und der Job, von dem man immer schon geträumt hat. Man braucht bloß ein bisschen Biss und Durchhaltevermögen und den Willen zu sagen: „Unicorn me!“

Liebes Unicorn, was hältst du davon?