Halle eines Network Marketing Events

Network Marketing – Der Schlüssel zum Erfolg?

Hattet ihr jemals schon den Wunsch, aus den Konventionen auszubrechen? Etwas anders zu machen und einfach nicht jeden Tag von 9-5 ins Büro gehen zu müssen?

Ja? Ich definitiv auch. Und mit Network Marketing erhoffte ich, den Schlüssel zum Erfolg gefunden zu haben.

Ich wollte nie meinen Job wehseln, weil ich meinen Job nicht mochte oder mit meinen Kollegen nicht zurecht kam; in meinem Job als Außenrequisiteurin beim Film kann ich mir immer sagen, dass das ja nur vorübergehend ist; wenn das Projekt vorbei ist, dann muss ich die Kollegen nicht mehr sehen oder das ganze Chaos ist endlich überstanden. Projekte dauern in der Regel für uns zwischen zwei und fünf Monaten, je nachdem ob man einen Fernseh- oder Kinofilm oder eine Serie dreht.

Frust statt Lust

Bei mir lag es eher daran, dass die Umstände, mit denen man im Filmbusiness leben muss, nicht so einfach zu ändern sind. Manchmal liegt es an den Arbeitsverträgen die man bekommt, manchmal liegt es an der Tatsache, dass man eigentlich jeden Winter zum Arbeitsamt gehen muss und sich arbeitslos melden. Und das ist mit Abstand das nervigste, was man sich vorstellen kann.

Es ist ja schön und gut, dass uns die Leute vom Arbeitsamt helfen wollen, wieder einen Job zu bekommen. Das ist ja auch ihre Aufgabe. Allerdings gibt es über die Wintermonate kaum Projekte, bei denen man arbeiten kann und im Frühjahr kommen die Projektanfragen dann wieder ganz von selbst.

Trotzdem muss ich jederzeit verfügbar sein, für den Fall, dass das Arbeitsamt einen Job für mich hat. Bisher kenne ich keinen einzigen meiner Kollegen, der jemals einen Job übers Arbeitsamt in seinem Bereich vermittelt bekommen hat.

Langer Urlaub? Mit Arbeitsamt nicht drin

Der Winter ist aber auch die einzige Zeit im Jahr, in der wir wirklich Urlaub machen können. Viele würden gerne die komplette Zeit dann nutzen und einfach mal drei Monate am Stück in den Urlaub fahren. Leider bekommt man auf Antrag beim Arbeitsamt nur 21 Tage Urlaub erlaubt, in denen man weiterhin Arbeitslosengeld bezahlt bekommt. Zusätzlich kann man noch einmal 21 Tage unbezahlt beantragen. Wobei 21 Tage auch die Wochenenden einschließen. Wenn man ansonsten länger in den Urlaub fahren will, muss man sich abmelden und dann auch die Krankenversicherung selbst tragen.

Ich weiß, für manche klingt das nach echten Luxusproblemen und man sollte doch froh sein, wenn man wenigsten für einen Teil der Zeit Geld bekommt. Aber den ganzen Winter daheim zu sitzen, ohne etwas zu tun zu haben, nur weil man sonst keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld hat, kann ganz schön frustrierend sein.

Weil ich dem entgehen wollte, mich jedes Jahr wieder beim Arbeitsamt arbeitslos melden zu müssen, habe ich mir lange Gedanken gemacht, was ich stattdessen noch machen könnte.

Erste Schritte im Network-Marketing

Irgendwann bin ich dann bei Facebook zufällig über eine Anzeige gestolpert, bei der Menschen beim Abnehmen geholfen werden sollte. Ich war nicht wahnsinnig übergewichtig, hatte aber trotzdem das ein oder andere Kilo zu viel auf den Rippen, das ich loswerden wollte.

Ich habe mich also überzeugen lassen, die Produkte zu kaufen und mit ihrer Hilfe dann mein Wunschgewicht zu erreichen. Nach ein paar Wochen, in denen ich voll im Programm drin war, fragte mich dann meine Betreuerin, ob ich mir nicht vorstellen könnte, das Produkt auch selbst weiter zu vermarkten. Klassisches Network-Marketing.

Die Abnahme lief soweit ganz gut, nicht ganz so schnell wie erhofft, aber doch so, dass ich sagen konnte, das Produkt hält einigermaßen, was es verspricht. Ich bekam dann von meiner Betreuerin einige Unterlagen zugeschickt, wie den Vergütungsplan und einige PDFs mit Büchern zur Motivation.

Grundsätzlich klang das ganze sehr überzeugend und auch ziemlich einfach.

Also stieg ich ein.

Passt die Strategie zu mir?

Die Strategie war es, sich über Facebook und den eigenen Freundeskreis ein Team aufzubauen und Kunden zu gewinnen. Je größer das Team und je mehr Kunden, desto größer natürlich dann auch die Vergütung. Man sollte jeden Tag so viele Freundschaftsanfragen wie möglich verschicken und dann diesen Leuten die Produkte versuchen schmackhaft zu machen.

Ich habe mich innerlich die ganze Zeit dagegen gesträubt, es aber dennoch durchgezogen – nach dem Motto: von nichts kommt nichts.

Mir war aber ständig mein eigenes Tun zuwider. Anderen Leuten versuchen etwas aufzuschwätzen, wovon ich selbst nicht hunderprozentig überzeugt bin.

Passt das Produkt zu mir?

Dann kam Newton. Er erzählte mir von einem Reiseclub. Ich, die selbst am Liebsten die ganze Zeit in der Weltgeschichte unterwegs wäre, war natürlich sofort Feuer und Flamme. Ich schmiss das Geschäft mit den Nahrungsergänzungsmitteln hin und schrieb mich in dem Reiseclub ein.

Grundsätzlich dachte ich mir zwar, ich weiß nicht, warum ich für einen Reiseclub jeden Monat Geld ausgeben sollte, wenn auch die Reisen selbst nicht ganz so günstig sind, wie sie eigentlich angepriesen wurden; Aber ich hatte nur ein Ziel: Meine Unabhängigkeit vom Arbeitsamt und ein Leben auf Reisen.

Die Leute waren super, wir hatten immer wieder Events in Stuttgart, Budapest, London und auf Kreta. Events bei denen die Motivation aufrecht erhalten werden sollte und einem gesagt wurde, welche Neuerungen es bei den Produkten gibt. Leider ist das alles nie wirklich eingetreten, da der Fokus der Firma definitiv auf ihrem Heimatland in den USA lag. Die Neuerungen kamen, aber halt nicht für die europäischen Mitglieder, sondern für die in Amerika. Man kam sich vor wie das vergessene Stiefkind, das halt irgendwie mit dabei ist, aber keine Aufmerksamkeit braucht.

Zudem war es super frustrierend, dass ich weder von meiner Familie noch von meinen Freunden Unterstützung bekam. Keiner ließ sich so davon begeistern wie ich. Keiner wollte die Mitgliedschaft.

Letztendlich war ich ein Jahr Mitglied und bin dann ausgestiegen; ich habe nicht richtig gekündigt, aber die Kreditkarte über die die Zahlungen liefen, wurde gesperrt und dann habe ich die Zahlungsdaten einfach nicht erneuert.

Bäumchen wechsel dich

Ich habe mir noch zwei weitere Firmen angeschaut, war aber nicht mit halb so viel Elan dabei wie bei dem Reiseclub. Und so kann das natürlich nichts werden.

Viele werden sich jetzt nach dem Lesen des Textes bestätigt fühlen und sagen: Network-Marketing funktioniert nicht. Bei Network-Marketing werden nur die Leute über den Tisch gezogen.

Aber das wollte ich damit überhaupt nicht zum Ausdruck bringen.

Network-Marketing funktioniert wirklich, aber man braucht halt eben extremes Durchhaltevermögen; dass man auch nach dem hundertsten Nein nicht aufgibt und sich sagt, da kommt noch einer, der Ja sagen wird und dann läufts.

Passives Einkommen – Das Zauberwort im Network Marketing

Network-Marketing ist eine super Sache. Man kann im Team arbeiten, kann sich seine Arbeitszeiten frei einteilen und dann gibt es da noch das Zauberwort: Passives Einkommen.

Gehalt, das man jeden Monat oder jede Woche überwiesen bekommt, ohne wirklich etwas dafür getan zu haben. Nur weil man einen bestimmten Rang erreicht und diesen weiterhin gehalten hat.

Wie schön ist die Vorstellung, in den Urlaub zu fahren und trotzdem jeden Freitag einen neuen Gehaltsscheck zu bekommen, obwohl man nur faul am Strand lag und sich die Sonne auf den Pelz hat scheinen lassen?!

Ich bin allerdings der Meinung, dass man dafür auch gemacht sein muss. Ich tu mir wahnsinnig schwer, Leuten Sachen zu verkaufen. Ich habe immer das Gefühl, ich soll ihnen Produkte andrehen, die sie gar nicht wollen. Vor allem wenn dann jemand Nein sagt, habe ich das Gefühl, das geht gegen mich. Vor allem bei Freunden und Familie ist das hart.

Nichts für mich – aber vielleicht für dich?

Ich kann euch sagen, ich bin dafür einfach nicht gemacht. Aber ich habe während meiner Zeit bei den Network-Marketing-Firmen einiges gelernt. Ich finde es super, dass sie so viel Wert auf Persönlichkeitsentwicklung legen. Man erkennt, dass in uns allen noch so viel unerkanntes Potential steckt.

Für mich ist Network-Marketing vielleicht nichts, aber ich würde niemals sagen, dass es eine Leut-Verarsche ist. Vorwerk und Tupperware beruhen im Prinzip auf der gleichen Vermarktungsstrategie, da würde das aber keiner sagen. Die Produkte überzeugen eben.

Und so muss jeder für sich herausfinden, ob er mit Network-Marketing zurecht kommt. Vielleicht habe ich auch einfach noch nicht das richtige Produkt gefunden, von dem ich zu hundert Prozent überzeugt bin und es deswegen guten Gewissens weiterempfehlen kann. Wer weiß?

Habt ihr schon Erfahrungen mit Network-Marketing gesammelt? Wie steht ihr zu dem Thema?

Ich glaube, für manche ist das der richtige Weg. Vielleicht ist es auch dein richtiger Weg und du sagst zu einer Network-Marketing-Firma: Unicorn me!

2 thoughts on “Network Marketing – Der Schlüssel zum Erfolg?”

Liebes Unicorn, was hältst du davon?