Sport ist Mord – oder doch nicht?

Seit ich denken kann, predigen sämtliche Gesundheitsexperten wie wichtig Sport doch ist, um gesund zu bleiben.

Im Alltag geht Sport jedoch oft unter. Zu viel Arbeit, zu wenig Motivation. Wenn man um sechs Uhr aus dem Haus geht und dann Abends erst gegen 19 oder 20 Uhr nach Hause kommt, bleibt die Lust halt mal auf der Strecke.

Und regelmäßig fühlt man sich Ende des Jahres wieder schlecht, weil man schon wieder so lange keinen Sport gemacht hat und langsam aber sicher aussieht wie das Michelin-Männchen.

Sportliche Neujahrsvorsätze

Zum neuen Jahr gibt es dann wieder lange Listen guter Vorsätze und meist stehen Sport und Abnehmen auf Platz 1. Die Fitnessstudios sind im Januar brechend voll und auch im Februar sind die Umkleidekabinen immer noch gut gefüllt. Je weiter das Jahr voranschreitet, desto weniger werden die Besucher im Fitnessstudio.

Woran liegt das? Ich bin ja auch so eine Kandidatin. Zwar hatte ich noch nie diese typischen Jahresanfangs-Sportphasen, aber immer wieder hat mich dann im Jahresverlauf das Sportfieber gepackt und leider auch wieder verlassen. Ich habe einfach keine Sportart gefunden, die mich andauernd gefesselt hat.

Eigentlich mache ich total gerne Mannschaftssport oder zumindest Sport in der Gruppe, aber bei meinem Job ist es utopisch, regelmäßig an Sportkursen teilnehmen zu können.

Deswegen blieb dann doch oft nur das Fitnessstudio. Eins, das möglichst 24-Stunden offen hat, sodass ich mir aussuchen kann, wann ich hingehen will. Und trotzdem hat es nicht gereicht, meine Motivation aufrecht zu halten.

Finde, welcher Sport dir Spaß macht

Doch seit einem halben Jahr ist das anders. Im Winter war ich in Florida und Südamerika unterwegs und hatte immer wieder mit Rückenschmerzen zu kämpfen. Unschönes Ziehen im Schulter- und Nackenbereich. Das einzige, was wirklich dagegen half, war Yoga.

Also habe ich angefangen regelmäßig Yoga zu machen; auch wenn ich Yoga eigentlich immer viel zu langweilig fand, um das dauerhaft zu machen. In Costa Rica habe ich dann aber wirklich die Liebe zu diesem Sport entdeckt.

Ich habe gemerkt, wie gut Yoga tut; nach einem langen Tag mit Surfstunden, hinterher noch Yoga zu machen, um die Muskeln zu entspannen. Und als ich dann auf dem Envision Festival an den Yoga-Workshops teilnahm, war es um mich geschehen.

Yoga-Chichi

Mit dem ganzen Chichi, das immer mit Yoga verbunden wird, also Räucherstäbchen und eine am Besten vollkommen alternative Lebensweise, kann ich immer noch nicht wirklich etwas anfangen. Aber wenn man Yoga einfach nur so als Sport sieht, der einen auch dazu bringt, etwas achtsamer mit sich selbst und seinen Mitmenschen umzugehen, dann ist Yoga einfach toll.

Und Gottseidank gibt es da draußen im großen Yogauniversum auch andere, die Yoga zwar dafür zelebrieren, was es ist, aber sich dabei nicht zu ernst nehmen.

Mein Job hält mich auch bei Yoga leider davon ab, regelmäßig Kurse zu besuchen. In Heilbronn, wo ich jetzt fast ein halbes Jahr verbracht habe, hatte ich Sonntag Nachmittag immer einen Kurs in Aerial Yoga. Wer Lust hat, fast eineinhalb Stunden kopfüber zu hängen, der sollte das unbedingt mal ausprobieren. Es macht total Spaß, kann aber auch gern mal zu ein paar blauen Flecken führen, wenn man mit seinem ganzen Gewicht im Tuch hängt. Leider habe ich zurück in München noch keinen solchen Kurs am Wochenende gefunden.

Gefühlt gibt’s hier tausend Yogastudios, aber keines, das Aerial Yoga am Wochenende anbietet. Zumindest hab ich es noch nicht gefunden. Wenn ihr da was anderes wisst, Vorschläge sind immer gern gesehen.

Yoga mit Youtube

Auf jeden Fall bin ich aufgrund meines Jobs zu Youtube-Videos übergegangen. Die Auswahl im deutschsprachigen Raum ist nicht sehr groß, sodass ich mich für den Kanal einer Amerikanerin entschieden habe. Auf Yoga with Adriene findet man eine Vielzahl von Gratis-Videos. Vor allem ihre 30-Tage-Yoga Zirkel haben es mir angetan. 30 Tage lang kann man bei einem Yogakurs mitmachen. Eigentlich kommen diese Kurse wohl immer im Januar raus, sodass man quasi live diese Challenge verfolgen und mitmachen kann; Aber auch so kann man jederzeit seine eigene Challenge starten.

Außerdem hat es mir Yoga with Adriene so angetan, weil sie eben so eine lockere und entspannte Art hat, ihren Yoga-Kurs zu geben. Ihr Hund Benji legt sich gern mal mit auf die Matte und sie fängt mittendrin an zu singen; aber gerade das ist es, was den Kurs so unterhaltsam macht.

Sport macht jeden glücklich

Ich glaube, dass es für jeden Menschen eine Sportart gibt, die ihn glücklich macht. Eine Sportart, bei der man sich nicht quälen muss, nur um ein paar Kalorien zu verbrennen. Abgesehen von Yoga sind es bei mir mindestens noch drei Wassersportarten, bei denen es mir so geht. Wasser ist einfach mein Element: egal, ob ich Stunden lang schwimmen gehe oder wieder und wieder ins Line-Up rauspaddeln muss – nie hab ich das Gefühl, dass mir langweilig wird.

Leider sind aber schwimmen und surfen auch zwei Sportarten, die man in unseren Gefilden nicht so leicht durchführen kann. Natürlich gibt es Schwimmbäder, aber da scheitert’s in meinem Fall wieder an den Öffnungszeiten. Und Surfen im Eisbachkanal trau ich mich nicht oder zumindest noch nicht.

Natürlich kommt immer wieder zwischendrin der Punkt, an dem man sich denkt, dass man nicht mehr kann, aber den kann ich da sehr gut überwinden. Beim Joggen kommt dieser Punkt und ich würde gerne einfach aufhören und nicht mehr zurücklaufen.

Probier dich aus!

Falls du also damit kämpfst, nicht bei einer Sportart bleiben zu können, weil du irgendwann immer die Lust verlierst, dann hast du einfach noch nicht die Richtige gefunden. Probier einfach aus. Melde dich zum Beispiel beim Urban Sports Club an und versuch so viele Sportarten wie möglich.

Sport tut nicht nur dem Körper gut. Er hilft selbst bei der Persönlichkeitsentwicklung. Von den meisten Coaches wird man dazu angehalten, eine Sportroutine zu entwickeln, um nicht nur seinen Geist, sondern auch seinen Körper gesund zu halten. Und ganz nebenbei hilft dir diese Sportroutine auch dabei, dein Durchhaltevermögen weiter zu entwickeln.

Ich bin gespannt, von euch zu hören, bei welchem Sport euer Herz höher schlägt. Bei welchem Sport sagt ihr, unicorn me?

Liebes Unicorn, was hältst du davon?